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Bach Reflections - David Theodor Schmidt (Klavier)
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Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Bach Reflections (Audio CD) Nachdem ich in diesem Sommer den Pianisten David Theodor Schmidt im Konzert erleben konnte, habe ich seine neue CD gleich nach Erscheinen erworben und bin von dieser ebenso wie von jenem Klavierabend absolut begeistert. Die jetzt bei Profil - Edition Günter Hänssler vorgelegte Einspielung Bach Reflections mit Werken von Bach, Schostakowitsch und Liszt bietet wirklich grosses Klavierspiel in einem sinnfällig zusammengestellten Programm.
Das Schaffen Johann Sebastian Bachs bezeichnet Schmidt im Booklet als eine einzigartige Vereinigung von Intellekt, Gefühl und Spiritualität und eben diese einzigartige Vereinigung reflektiert sein Spiel auf brillante Weise. Überragende klangliche und technische Meisterschaft wird bereits in der beeindruckend eröffnenden Toccata aus der Partita Nr. 6 e-Moll hörbar. Tiefes gefühlvolles und geistiges Nachspüren lassen die wunderbare Architektur des Bachschen Klavierwerkes glasklar aufscheinen. Sein Spiel vereinigt polyphone Transparenz mit sinnlicher Farbigkeit. Auch vertikale Strukturen erleben beispielsweise in der Harmonik von Toccata und Sarabande unter Schmidts Händen eine grandiose Ausformung.
Eine solche Verbindung von Klarheit und Klangsinn kann man auch in Präludium & Fuge b-Moll aus dem 2. Band des Wohltemperierten Klaviers erleben, dem zweiten Werk Bachs, dass die Einspielung enthält. Das lyrisch geprägte Präludium wird von Schmidt eindrucksvoll dem kraftvollen Fugenthema entgegengestellt, eine filigrane Ausformung zahlloser Details ist ebenso präsent wie der grosse Bogen.
Zu markanten Prüfsteinen seiner Auseinandersetzung mit Bach und dessen Nachwelt geraten auch die ausgewählten Stücke von Dimitri Schostakowitsch (Präludium & Fuge d-Moll, op. 87 Nr. 24) und Franz Liszt (Variationen über ein Motiv von Bach Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen"). Als ein ganz besonderer Höhepunkt erscheint die zweiteilige Fuge von Schostakowitsch, mit ihrem ruhigen, introvertierten ersten Thema und dem sich dynamisch entwickelnden und vehement steigernden zweiten. David Theodor Schmidt gelingt eine famose gefühlvolle Differenzierung dieser Spannung und eine einzigartige Verbindung zwischen Struktur und Emotion.
Liszts Variationen über ein Motiv von Bach entstanden nach dem Tod seiner Tochter Blandine. Sie sind geprägt von Trauer, Entsetzen, Wut, Verzweiflung und Ohnmacht. Schmidt vermittelt diese Themen dem Zuhörer nachgerade körperlich, hier ist keine Steigerung mehr möglich. Und wenn die Dramatik des Werks vor dessen Ende nochmals aufgenommen wird, sodann aber klagend, fast einstimmig verlöschen will und Liszt mit dem Choralsatz Was Gott tut, das ist wohlgetan dem Erlösungsgedanken abrupte Bahn bricht, nimmt Schmidt diese kompositorische Herausforderung an und bestreitet die große befreiende und orchestrale Steigerung mit packender dynamischer Gestaltungskraft.
Der musikalische Kosmos Bachs wie der von Schostakowitsch und Liszt wird in dieser Einspielung durch David Theodor Schmidt phänomenal ausgelotet, die technische wie interpretatorische Nuancierung seines Spiels gerät zum (Hör-)Zauber. So kann diese CD nicht genug empfohlen werden.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 25. September 2007 | | | | | | | | | | Kundenrezensionen: | | | 1. | Bach Reflections - David Theodor Schmidt (Klavier) (die aktuell angezeigte Rezension) |
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