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Der Stechlin

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mir ein Wort über die Engländerinnen sagen, und ob Sie jede taillenlose Rotblondine drüben auch so sch"n gefunden haben werden, wie’s von den Kontinentalen, wenn sie dies Thema berühren, fast immer versichert wird." "Es wird davon abhängen, an wen ich gerade denke." "Nach dieser Bemerkung ist Ihnen alles verziehn." Woldemar blieb bis neun. Er hatte gleich in den Zeilen, in denen er sich anmeldete, die Damen wissen lassen, daß er seinen Besuch auf eine kurze Stunde beschränken müsse. So war er denn bei guter  Zeit  wieder  daheim.  Auf  seinem  Tische  fand  er  ein  Briefchen  vor  und  erkannte  Rex’ Handschrift. "Lieber Stechlin", so schrieb dieser, "ich h"re eben, daß Sie nach London gehn. In der Zeitung,  wo’s  schon  gestanden  haben  soll,  hab’  ich  es  übersehn.  Ich  beglückwünsche  Sie  von Herzen  zu  dieser  Auszeichnung  und  lege  Ihnen  eine  Karte  bei,  die  Sie  (wenn’s  Ihnen  paßt)  bei meinem  Freunde  Ralph  Waddington  einführen  soll.  Er  ist  Advokat  und  einer  der  angesehensten Führer  unter  den  Irvingianern.  Fürchten  Sie  übrigens  keine  Bekehrungsversuche.  Waddington  ist ein durchaus feiner Mann, also zurückhaltend. Er kann Ihnen aber mannigfach behilflich sein, wenn Ihnen  daran  gelegen  sein  sollte,  sich  um  das  Wesen  der  englischen  Dissenter,  ihre  Chapels  und Tabernakels  zu  kümmern.  Er  ist  ein  Wissenschaftler  auf  diesem  Gebiet.  Und  ich  kenne  ja  Ihre Vorliebe für derlei Fragen." Stechlin  legte  den  Brief  unter  den  Briefbeschwerer  und  sagte:  "Der  gute  Rex!  Er  überschätzt mich. Dissenterstudien. Es genügt mir, wenn ich einen einzigen Quäker sehe." Dreiundzwanzigstes Kapitel Was Rex da schrieb, hatte doch ein Gutes gehabt; Woldemar, erheitert bei dem Gedanken, sich durch  Ralph  Waddington  in  ein  Tabernakel  eingeführt  zu  sehn,  sah  sich  mit  einem  Male  einer gewissen Abspannung entrissen und war froh darüber, denn er brauchte durchaus Stimmung, um noch einige Briefe zu schreiben. Das ging ihm nun leichter von der Hand, und als elf Uhr kaum heran war, war alles erledigt. Der andre Morgen sah ihn selbstverständlich früh auf. Fritz war um ihn her und half, wo noch zu helfen war. "Und nun, Fritz", so waren Woldemars letzte Worte, "sieh nach dem Rechten. Schicke mir nichts nach; Zeitungen wirf weg. Und die drei Briefe hier, wenn ich fort bin, die tue sofort in den Kasten... Ist die Droschke schon da?" "Zu Befehl, Herr Rittmeister." "Na, dann mit Gott. Und jeden Tag lüften. Und paß auf die Pferde." Damit verabschiedete sich Woldemar. Von den drei Briefen war einer nach Stechlin hin adressiert. Er traf, weil er noch mit dem ersten Zuge fort konnte, gleich nach Tisch bei dem Alten ein und lautete: "Mein lieber Papa. Wenn Du diese Zeilen erhältst, sind wir schon auf dem Wege. ›Wir‹, das will sagen, unser Oberst, unser zweitältester Stabsoffizier, ich und zwei jüngere Offiziere. Aus Deinen eigenen Soldatentagen her kennst Du den Charakter solcher Abordnungen. Nachdem wir ›Regiment K"nigin von Großbritannien und Irland‹ geworden sind, war dies ›uns drüben vorstellen‹ nur noch eine  Frage  der  Zeit.  Dieser  Mission  beigesellt  zu  sein  ist  selbstverstä ndlich  eine  große  Ehre  f ür mich,  doppelt,  wenn  ich  die  Namen,  über  die  wir  in  unserm  Regiment  Verfügung  haben,  in Erwägung ziehe. Die Zeiten, wo man das Wort ›historische Familie‹ betonte, sind vorüber. Auch an Tante  Adelheid  hab’  ich  in  dieser  Sache  geschrieben.  Was  mir  pers"nlich  an  Glücksgefühl vielleicht noch fehlen mag, wird sie leicht aufbringen. Und ich freue mich dessen, weil ich ihr, alles in allem, doch so viel verdanke. Daß ich mich von Berlin gerade jetzt nicht gerne trenne, sei nur 113
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Mit Vertrag über die abschließen...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsges...
Wettbewerbsrecht, Markenrecht und Kartellrecht
 
   
 
     
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