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kennenzulernen, den kennenzulernen, den sie seit lange verehrt. Dafür, mein lieber Papa, hab ich Sorge getragen. Graf Barby, der nicht gut bei Wege ist, was ihn hindert mitzukommen, will Dir angelegentlich empfohlen sein. Desgleichen Gräfin Ghiberti, die uns als Dame dhonneur begleiten wird. Armgard ist in Furcht und Aufregung wie vor einem Examen. Sehr ohne Not. Kenn ich doch meinen Papa, der die Güte und Liebe selbst ist. Wie immer Dein Woldemar." Engelke stand neben seines Herrn Stuhl, als dieser die Zeilen halblaut, aber doch in aller Deutlichkeit vorlas. "Nun, Engelke, was sagst du dazu ?" "Ja, gnädger Herr, was soll ich dazu sagen. Es is ja doch, was man so ne gute Nachricht nennt." "Natürlich is es ne gute Nachricht. Aber hast du noch nicht er lebt, daß einen gute Nachrichten auch genieren k"nnen?" "Jott, gnädger Herr, ich kriege keine." "Na, denn sei froh; dann weißt du nicht, was gemischte Gefühle sind. Sieh, ich habe jetzt gemischte Gefühle. Da kommt nun mein Woldemar. Das is gut. Und da bringt er seine Braut mit, das is wieder gut. Und da bringt er seine Schwägerin mit, und das is wahrscheinlich auch gut. Aber die Schwägerin ist eine Gräfin mit einem italienischen Namen, und die Braut heißt Armgard, was doch auch schon sonderbar ist. Und beide sind in England geboren, und ihre Mutter war aus der Schweiz, von einer Stelle her, von der man nicht recht weiß, wozu sie geh"rt, weil da alles schon durcheinander geht. Und überall haben sie Besitzungen, und Stechlin i st doch bloß ne Kate. Sieh, Engelke, das is genierlich und gibt das, was ich gemischte Gefühle nenne." "Nu ja, nu ja." "Und dann müssen wir doch auch repräsentieren. Ich muß ihnen doch irgendeinen Menschen vorsetzen. Ja, wen soll ich ihnen vorsetzen? Viel is hier nich. Da hab ich Adelheiden. Natürlich, die muß ich einladen, und sie wird auch kommen, trotzdem Schnee gefallen ist; aber sie kann ja nen Schlitten nehmen. Vielleicht ist ihr Schlitten besser als ihr Wagen. Gott, wenn ich an das Verdeck denke mit der großen Lederflicke, da wird mir auch nicht besser. Und dabei denkt sie, sie is was, was am Ende auch wieder gut is, denn wenn der Mensch erst denkt, es is gar nichts mit ihm, dann is es auch nichts." "Und dann, gnädger Herr, sie is ja doch ne Domina und hat nen Rang. Und ich hab auch mal gelesen, sie sei eigentlich mehr als ein Major." "Na, jedenfalls ist sie mehr als ihr Bruder; son vergessener Major is ein Jammer. Aber Adelheid selbst, so aufn ersten Anhieb, is auch bloß soso. Wir müssen jedenfalls noch wen dazu haben. Schlage was vor. Baron Beetz und der alte Zühlen, die die besten sind, die wohnen zu weit ab, und ich weiß nicht, seit wir die Eisenbahnen haben, laufen die Pferde schlechter. Oder es kommt einem auch bloß so vor. Also die guten Nummern fallen aus. Und da sind wir denn wieder bei Gundermann." "Ach, gnädger Herr, den nich. Un er soll ja auch so zweideutig sein. Uncke hat es mir gesagt; Uncke hat freilich immer das Wort zweideutig. Aber es wird wohl stimmen. Un dann die Frau Gundermann. Das is ne richtige Berlinsche. Verlaß is auf ihm nich und auf ihr nich." "Ja, Engelke, du sollst mir helfen und machst es bloß noch schlimmer. Wir k"nnten es mit Katzler versuchen, aber da ist das Kind krank, und vielleicht stirbt es. Und dann haben wir natürlich noch unsern Pastor; nu, der ginge, bloß daß er immer so still dasitzt, wie wenn er auf den Heiligen Geist wartet. Und mitunter kommt er; aber noch "fter kommt er nicht. Und solche Herrschaften, die dran gew"hnt sind, daß einer in einem fort was Feines sagt, ja, was sollen die mit unserm Lorenzen? Er ist ein Schweiger." "Aber er schweigt doch immer noch besser, als die Gundermannsche redt." "Das is richtig. Also Lorenzen, und vielleicht, wenn das Kind sich wieder erholt, auch Katzler. Ein Schelm gibt mehr, als er hat. Und dann, Engelke, solche Damen, die überall rum in der Welt waren, da weiß man nie, wie der Hase läuft. Es ist m"glich, daß sie sich für Krippenstapel interessieren. Oder h"re, da fällt mir noch was ein. Was meinst du zu Koseleger?" "Den hatten wir ja noch nie." 128 |  |
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