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Der Stechlin

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von ihnen zu verabschieden. Es waren dieselben zwei Räume, die vor gerad einem Vierteljahr Rex und  Czako  bewohnt  hatten,  das  gr"ßere  Zimmer  jetzt  für  Melusine,  das  kleinere  für  Armgard bestimmt. Aber als nun beide vor ihren Reisetaschen standen und sich oberflächlich daran zu tun machten, sagte Melusine: "Dies Himmelbett ist also für mich. Wenn es dir gleich ist, beziehe du lieber dies Ehrenlager und lasse mir das kleine Schlafzimmer. Zusammen sind wir ja doch; die Tür steht auf." "Ja, Melusine, wenn du’s durchaus wünschst, dann natürlich. Aber ich verstehe dich nicht recht. Man  will  dich  auszeichnen,  und  wenn  du  das  ablehnst,  so  kann  es  auffallen.  Man  muß  doch  in einem Hause, wo man noch halb fremd ist, alles so tun, wie’s gewünscht wird." Melusine  ging  auf  die  Schwester  zu,  sah  sie  halb  verlegen,  halb  schelmisch  an  und  sagte: "Natürlich hast du recht. Aber ich bitte dich trotzdem darum. Und es braucht es ja auch keiner zu merken. Direkte Kontrolle wird ja wohl ausgeschlossen sein, und ich mache keine tiefere Kute wie du." "Gut, gut", lachte Armgard. "Aber sage, was soll das alles? Du bist doch sonst so leichtlebig. Und wenn es dir hier in dem ersten Zimmer, weil es so nah an der scharfen Flurecke liegt, wirklich etwas ängstlich zumute sein sollte, nun, so k"nnen wir ja zuriegeln." "Das hilft nichts, Armgard. In solchen alten Schl"ssern gibt es immer Tapetentüren. Und was das  hier  angeht",  und  sie  wies  dabei  auf  das  Bett,  "alle  Spukgeschichten  sind  immer  gerad  in Himmelbetten  passiert;  ich  habe  noch  nie  geh"rt,  daß  Gespenster  an  eine  Birkenmaserbettstelle herangetreten wären. Und hast du nicht unten den mistle-toe gesehn? Mistelbusch ist auch noch so Überbleibsel aus heidnischer Zeit her, bei den alten Deutschen gewiß  und bei den Wenden wohl auch,  für  den  Fall,  daß  die  Stechlins  wirkliche  Wenden  sind.  Wenn  ich  Tante  Adelheid  ansehe, glaub’ ich es beinah. Und wie sie von den Hühnern sprach und den Eiern. Alles so wendisch. Ich glaube ja nicht eigentlich an Gespenster, wiewohl ich auch nicht ganz dagegen bin, aber wie dem auch  sein  m"ge,  wenn  ich  mir  denke,  Tante  Adelheid  erschiene  mir  hier  und  brächte  mir  eine Erdbeere, die die Schnecken schon angeknabbert haben, so wäre das mein Tod." Armgard lachte. "Ja, du lachst, aber hast du denn die Augen von ihr gesehn? Und hast du ihre Stimme geh"rt? Und die Stimme, wie du doch weißt, ist die Seele." "Gewiß. Aber, Seele oder nicht, sie kann dir doch nichts tun mit ihrer Stimme und dir auch nicht erscheinen. Und wenn sie trotzdem kommt, nun, so rufst du mich." "Am liebsten wär’ es mir, du bliebst gleich bei mir." "Aber Melusine ..." "Nun  gut,  nun  gut.  Ich  sehe  wohl  ein,  daß  das  nicht  gut  geht.  Aber  was  anders!  Ich  habe  da vorhin eine Bibel oder vielleicht auch bloß ein Gesangbuch liegen sehn, da auf dem Brettchen, wo die kleine Puppe steht. Beiläufig auch was Sonderbares, diese Puppe. Bitte, nimm die Bibel von der Etagere fort und lege sie mir hier auf den Nachttisch. Und das Licht laß brennen. Und wenn du im Bett liegst, sprich immerzu, bis ich einschlafe." Achtundzwanzigstes Kapitel Am  andern  Morgen  traf  man  sich  beim  Frühstück.  Es  war  ziemlich  spät  geworden,  ohne  daß Dubslav,  wie  das  sonst  wohl  auf  dem  Lande  Gewohnheit  ist,  ungeduldig  geworden  wäre.  Nicht dasselbe  ließ  sich  von  Tante  Adelheid  sagen.  "Ich  finde  das  lange  Wartenlassen  nicht  gerade passend,  am  wenigsten  Personen  gegenüber,  denen  man  Respekt  bezeigen  will.  Oder  geh’  ich vielleicht  zu  weit,  wenn  ich  hier  von  Respektbezeigung  spreche?"  So  hatte  sich  Adelheid  zu Dubslav  geäußert.  Als  nun  aber  die  Barbyschen  Damen  wirklich  erschienen,  bezwang  sich  die 133
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Mit Vertrag über die abschließen...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsges...
Wettbewerbsrecht, Markenrecht und Kartellrecht
 
   
 
     
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