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Der Stechlin

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aber nich. Aber was nich Dienst is, was man so bloß noch nebenbei sieht, das kann einen mitunter leid tun. So bloß als Mensch." "Aber,  lieber  Uncke,  was  is  denn  eigentlich  los?  Wenn  man  Sie  so  h"rt,  da  sollte  man  ja wahrhaftig glauben, es ginge zu Ende ... Nu ja, in der Welt draußen, da klappt nich immer alles. Aber so im Schoß der Familie ..." "Jott,  Herr  Major,  das  is  es  ja  eben.  In  diesem  Schoß  der  Familie,  da  is  es  ja  gerad  am schlimmsten. Und sogar in dem jüdischen Schoß, der doch immer noch der beste war." "Beispiele, Uncke, Beispiele." "Da haben wir nu hier, um bloß ein Beispiel zu geben, unsern guten alten Baruch Hirschfeld in Gransee. Frommer alter Jude ..." "Kenn’ ich. Kenn’ ich ganz gut, beinah zu gut. Nu, der hat ‘nen Sohn, und mit dem is er mitunter verschiedner Meinung. Aber dagegen is doch nicht viel zu sagen; das is in der ganzen Welt so. Der Alte  hängt  noch  am  Alten,  und  der  Junge,  nu,  der  is  eben  ein  Jungscher  und  bramarbasiert  ein bißchen.  Ich  weiß  nicht  recht,  zu  welcher  Partei  er  sich  hält,  er  wird  aber  wohl  für  Torgelow gestimmt haben. Nu, mein Gott, warum nicht? Das tun jetzt viele. Daran muß man sich gew"hnen. Das is eben das Politische." "Nein, Herr Major. Herr Major wollen verzeihn, aber bei diesem Isidor is es nicht das Politische. Komme ja jeden dritten Tag hin und seh’ den Alten in seinem Laden und h"re, was er da red’t und red’t. Und der Junge red’t auch und red’t immer ›vons Prinzip‹. Das Prinzip is ihm aber egal. Er will bloß mogeln und den Alten an die Wand drücken. Und das is das, was ich das Zweideutige nenne." Armgard, Woldemar und Tante Adelheid hatten die Mitte genommen. Als sie bis in die Nähe der Seespitze  gekommen  waren,  immer  unter  einem  verschneiten  Buchen-  und  Eichengange  hin, wurden sie durch ein Geräusch wie von brechenden kleinen Ästen aufmerksam gemacht, und ihr Auge  nach  oben  richtend,  gewahrten  sie,  wie  zwei  Eichh"rnchen  über  ihnen  spielten  und  in beständigem  Sich-Haschen  von  Baum  zu  Baum  sprangen.  Die  Zweige  knickten,  und  der  Schnee stäubte  hernieder.  Armgard  mochte  sich  von  dem  Schauspiel  nicht  trennen,  lachte,  wenn  die momentan verschwundenen Tierchen mit einem Male wieder zum Vorschein kamen, und gab ihre Beobachtung erst auf, als die Domina, nicht direkt unfreundlich, aber doch ziemlich ungeduldig und jedenfalls   wie   gelangweilt,   zu   ihr   bemerkte:   "Ja,   Komtesse,   die   springen;   es   sind   eben Eichh"rnchen." Einige Minuten später hatten alle die Bank erreicht, von der aus man den besten Blick auf den zugefrorenen See hatte. Das Eis zeigte sich hoch mit Schnee bedeckt, aber in seiner Mitte   war   doch   schon   eine   gefegte   Stelle,   zu   der   vom   Ufer   her   eine   schmale,   gleichfalls freigeschaufelte Straße hinüberführte. Engelke legte die Decken über die Bank, und die Damen, die von dem halbstündigen und zuletzt etwas ansteigenden Wege müde geworden waren, nahmen alle drei  Platz,  während  sich  Rolf  Krake  und  Uncke  wie  Schildhalter  zu  beiden  Seiten  der  Bank aufstellten.  Dubslav  dagegen  placierte  sich  in  Front  und  machte,  während  er  einen  landläufigen Führerton anschlug, den Cicerone. "Hab’ die Ehr’, Ihnen hier die große Sehenswürdigkeit von Dorf und  Schloß  Stechlin  zu  präsentieren,  unsern  See,  meinen  See,  wenn  Sie  mir  das  Wort  gestatten wollen. Alle m"glichen berühmten Naturforscher waren hier und haben sich h"chst schmeichelhaft über  den  See  geäußert.  Immer  hieß  es:  ›es  stehe  wissenschaftlich  fest‹.  Und  das  ist  jetzt  das H"chste. Früher sagte man: ›es steht in den Akten‹. Ich lasse dabei dahingestellt sein, wovor man sich tiefer verbeugen muß." "Ja", sagte Melusine, "das ist nun also der große Moment. Orientiert bin ich. Aber wie das mit allem Großen geht, ich empfinde doch auch etwas von Enttäuschung." "Das ist, weil wir Winter haben, gnädigste Gräfin. Wenn Sie die offene Seefläche vor sich hätten und in der Vorstellung stünden: ›jetzt bildet sich der Trichter, und jetzt steigt es herauf‹, so würden Sie mutmaßlich nichts von Enttäuschung empfinden. Aber jetzt! Das Eis macht still und duckt das Revolutionäre. Da kann selbst unser Uncke nichts notieren. Nicht wahr , Uncke?" Uncke schmunzelte. "Im  übrigen  seh’  ich  zu  meiner  Freude  –  und  das  verdanken  wir  wieder  unserm  guten Kluckhuhn,  der  an  alles  denkt  und  alles  vorsieht  –,  daß  die  Schneeschipper  auch  ein  paar  ihrer 136
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
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Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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