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Der Stechlin

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" Hat er? Na, das ist recht." "Und das Herz für die Menschheit, das haben wir alle, Herr Major. Und kommt uns dabei was heraus, so haben wir, wenn ich so sagen darf,  die Dividende. Gott der Gerechte, wir brauchen’s. Und  weil  ich  rede  von  Dividende,  will  ich  auch  reden  von  Hypothek.  Wir  haben  da  seit  letzten Freitag ‘n Kapital, Granseer Bürger, und will’s hergeben zu dre iundeinhalb." "Nu, Baruch, das ist hübsch. Aber im Augenblick bin ich’s nicht ben"tigt. Vielleicht später mal mein Woldemar. Der hat, wie Sie wissen, ‘ne reiche Partie gemacht, und wer viel erheiratet, der braucht auch viel. Man denkt immer, ›dann h"rt es auf‹, aber das ist falsch, dann fängt es erst recht an. Unter allen Umständen seien Sie bedankt, daß Sie mal haben sehen wollen, wie’s mit mir steht. Ich kann leider nur wiederholen, schlecht genug. Aber eine Weile dauert es wohl noch. Und wenn auch nicht, mit meinem Sohne wird sich, denk’ ich, gerade so wie zwischen uns zwei beiden, alles glatt   abwickeln,   glatter   noch,   und   vielleicht   k"nnen   Sie   gemeinschaftlich   mal   was   Nettes herauswirtschaften,  was  Ordentliches,  was  Großes,  was  sich  sehen  lassen  kann.  Das  heißt  dann neue  Zeit.  Und  nun,  Baruch,  müssen  Sie  noch  ein  Glas  Sherry  nehmen.  In  unserm  Alter  ist  das immer  das  beste.  Das  heißt  für  Sie,  der  Sie  noch  gut  im  Gange  sind.  Ich  darf  bloß  noch  mit anstoßen." Eine  Viertelstunde  später  fuhr  Baruch  auf  seinem  Wägelchen  wieder  in  den  Stechliner  Wald hinein und dachte wenig befriedigt über alles nach, was er da drinnen geh"rt hatte. Die geträumten Schloß Stechlin-Tage schienen mit einem Male für immer vorüber. Alles, was der alte Herr da so nebenher  von  "gemeinschaftlich  herauswirtschaften"  gesagt  hatte,  war  doch  bloß  ein  Stich,  eine Pike gewesen. Ja, Baruch fühlte was wie Verstimmung. Aber Dubslav auch. Es war ihm zu Sinn, als hätt’ er seinen  alten  Granseer  Geld-  und  Geschäftsfreund  (trotzdem  er  dessen  letzte  Pläne  nicht  einmal ahnte) zum erstenmal auf etwas Heimlichem und Verstecktem ertappt, und als Engelke kam, um die Sherryflasche wieder wegzuräumen, sagte er: "Engelke, mit Baruch is es auch nichts. Ich dachte wunder, was das für ein Heiliger wär’, und nun is der Pferdefuß doch schließlich rausgekommen. Wollte mir da Geld auf Hypothek beinah aufzwingen, als ob ich nicht schon genug davon hätte ... Sonderbar, Uncke, mit seinem ewigen ›zweideutig‹, wird am Ende doch recht behalten. Überhaupt solche Polizeimenschen mit ‘nem Karabiner über die Schulter, das sind, bei Lichte besehn, immer die  feinsten  Menschenkenner.  Ich  ärgere  mich,  daß  ich’s  nicht  eher  gemerkt  habe.  So  dumm  zu sein! Aber das mit der ›Krankheit‹ heute, das war mir doch zuviel. Wenn sich die Menschen erst nach Krankheit erkundigen, dann ist es immer schlimm. Eigentlich is es jedem gleich, wie’s einem geht.  Und  ich  habe  sogar  welche  gekannt,  die  sahen  sich,  wenn  sie  so  fragten,  immer  schon  die M"bel und Bilder an und dachten an nichts wie an Auktion." Siebenunddreißigstes Kapitel Auch die nächsten Tage waren beinahe sommerlich, taten dem Alten wohl und erleichterten ihm das Atmen. Er begann wieder zu hoffen, sprach mit Wirtschaftsinspektor und F"rster und war nicht bloß voll wiedererwachten Interesses, sondern überhaupt guter Ding e. So kam Mitte März heran. Der Himmel war blau, Dubslav saß auf seiner Veranda, den kleinen Springbrunnen vor sich, und sah dabei das leichte weiße Gew"lk zie hen. Vom Park her vernahm er den ersten Finkenschlag. Er mochte wohl schon eine Stunde so gesessen haben, als Engelke kam und den Doktor meldete. "Das  ist  recht,  Sponholz,  daß  Sie  kommen.  Nicht  um  mir  zu  helfen  (das  ist  immer  schlimm, wenn einem erst geholfen werden soll), nein, um zu sehen, daß Sie mir schon geholfen haben. Diese Tropfen. Es ist doch was damit. Wenn sie nur nicht so schlecht schmeckten; ich muß mir immer 163
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Mit Vertrag über die abschließen...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsges...
Wettbewerbsrecht, Markenrecht und Kartellrecht
 
   
 
     
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