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Der Stechlin

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ungeheuer  und  ist  in  meinen  Augen  der  wirkliche,  der  wahre  Mut.  Schmach  und  Schimpf,  oder doch  der  Vorwurf  des  Schimpflichen,  haben  sich  von  jeher  an  alles  H"chste  geknüpft.  Der Bataillonsmut, der Mut in der Masse (bei allem Respekt davor), ist nur ein Herdenmut." Dubslav sah vor sich hin. Er war augenscheinlich in einem Schwankezustand. Dann aber nahm er die Hand Lorenzens und sagte: "Sie sollen recht haben." Neununddreißigstes Kapitel Dubslav hatte nach Lorenzens Besuch eine gute Nacht. "Wenn man mal so was andres h"rt, wird einem gleich besser." Aber auch der Katzenpf"tchentee fuhr fort, seine Wirkung zu tun, und was dem Kranken am meisten half, war, daß er die grünen Tropfen fortließ. "H"r, Engelke, am Ende wird es noch mal was. Wie gefallen dir meine Beine? Wenn ich drücke, keine Kute mehr." "Gewiß, gnäd’ger Herr, es wird nu wieder, un das macht alles der Tee. Ja, die Buschen versteht es, das hab’ ich immer gesagt. Und gestern abend, als Lorenzen hier war, war auch lütt Agnes hier un hat unten in der Küche gefragt, wie’s denn eigentlich mit dem gnädigen Herrn stünn? Und die Mamsell hat ihr gesagt, ›es stünde gut‹." "Na, das is recht, daß die Alte, wie’n richtiger Doktor, sich u m einen kümmert und von allem wissen will. Und daß sie nicht selber kommt, ist noch besser. So’n bißchen schlecht Gewissen hat sie doch woll. Ich glaube, daß sie viel auf’m Kerbholz hat, und daß die Karline so is, wie sie is, daran is doch auch bloß die Alte schuld. Und das Kind wird vielleicht auch noch so; sie dreht sich schon wie ‘ne Puppe, und dazu das lange blonde  Zoddelhaar. Ich muß dabei immer an Bellchen denken – weißt du noch, als die gnäd’ge Frau noch lebte. Bellchen hatte auch solche Haare. Und war  auch  der  Liebling.  Solche  sind  immer  Liebling.  Krippenstapel, h"r’ ich, soll sie auch in der Schule  verw"hnen.  Wenn  die  andern  ihn  noch  anglotzen,  dann  schießt  sie  schon  los.  Es  ist  ein kluges Ding." Engelke bestätigte, was Dubslav sagte, und ging dann nach unten, um dem gnäd’gen Herrn sein zweites  Frühstück  zu  holen:  ein  weiches  Ei  und  eine  Tasse  Fleischbrühe.  Als  er  aber  aus  dem Gartenzimmer auf den großen Hausflur hinaustrat, sah er, daß ein Wagen vorgefahren war, und statt in  die  Küche  zu  gehen,  ging  er  doch  lieber  gleich  zu  seinem  Herrn  zurück,  um  mit  verlegenem Gesicht zu melden, daß das gnäd’ge Fräulein da sei. "Wie? Meine Schwester?" "Ja, das gnäd’ge Fr"len." "I,  da  soll  doch  gleich  ‘ne  alte  Wand  wackeln",  sagte  Dubslav,  der  einen  ehrlichen  Schreck gekriegt hatte, weil er sicher war, daß es jetzt mit Ruh’ und Frieden auf Tage, vielleicht auf Wochen vorbei sei. Denn Adelheid mit ihren sechsundsiebzig setzte sich nicht gern auf eine Kleinigkeit hin in Bewegung, und wenn sie die beinahe vier Meilen von Kloster Wutz her herüberkam, so war das kein Nachmittagsbesuch, sondern Einquartierung. Er fühlte, daß sich sein ganzer Zustand mit einem Male wieder verschlechterte und daß eine halbe Atemnot im Nu wieder da war. Er hatte aber nicht lange Zeit, sich damit zu beschäftigen, denn Engelke "ffnete bereits die Tür, und Adelheid kam auf ihn zu. "Tag, Dubslav. Ich muß doch mal sehn. Unser Rentmeister Fix ist vorgestern  hier  in  Stechlin  gewesen  und  hat  dabei  von  deinem  letzten  Unwohlsein  geh"rt.  Und daher weiß ich es. Eh’ du pers"nlich deine Schwester so was wissen läßt oder einen Boten schickst ..." "Da  muß  ich  schon  tot  sein",  ergänzte  der  alte  Stechlin  und  lachte.  "Nun,  laß  es  gut  sein, Adelheid, mach dir’s bequem und rücke den Stuhl da heran." 177
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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