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Der Stechlin

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noch eine aus guter, anständiger Zeit und jeder Gott ordentlich angezogen. Und da lernt sie, glaub’ ich, ganz gut. Nicht wahr, Agnes?" Agnes knickste und ging wieder auf ihren Platz. "Und dann hab’ ich dem Kind auch unsern Dragoner und die Mühle gegeben. Also unsre besten Stücke, soviel ist richtig. Ich denke mir aber, mein Museumsdirektor wird über diesen Eingriff nicht b"se sein. Eigentlich is es doch besser, das Kind hat was davon als die Spinnen. Und was macht denn Ihr Oberlehrer in Templin? Hat er wieder was gefunden?" "Ja, Herr Major. Münzenfund." "Na, das is immer das beste. Vermutlich Georgstaler oder so was; Dreißigjähriger Krieg. Es war ja ‘ne gräßliche Zeit. Aber daß sie damals aus Angst und Not so viel verbuddelt haben, das is doch auch wieder ein Segen. Is es denn viel?" "Wie  man’s  nehmen  will,  Herr  Major;  praktisch  und  profan  angesehen  ist  es  nicht  viel,  aber wissenschaftlich  angesehen  ist  es  allerdings  viel.  Nämlich  drei  r"mische  Münzen,  zwei  von Diokletian und eine von Caracalla." "Na, die passen wenigstens. Diokletian war ja  wohl der mit der Christenverfolgung. Aber ich glaube, es war am Ende nicht so schlimm. Verfolgt wird immer. Und mitunter sind die Verfolgten obenauf." Dabei lachte der Alte. Dann rief er Engelke, daß er den Honig herausnehme. Krippenstapel aber verabschiedete sich, seine leere Terrine vorsichtig im Arm. Einundvierzigstes Kapitel Dubslav hatte sich über Krippenstapels Besuch und sein Geschenk aufrichtig gefreut, weil es ja das Beste war, was ihm die alte treue Seele bringen konnte. Er bestand denn auch darauf (trotzdem Engelke, der ein Vorurteil gegen alles Süße hatte, dagegen war),  daß ihm die Wabe jeden Morgen auf den Frühstückstisch gestellt werde. "Siehst du, Engelke", sagte er nach einer Woche, "daß ich mich wieder wohler fühle, das macht die Wabe. Denn man muß jedes Fisselchen mitessen, Wachs und alles, das hat er mir eigens gesagt. Das is grad so wie beim Apfel die Schale; das hat die Natur so gewollt und is ein Fingerzeig und muß respektiert werden." "Ich bin aber doch für abschälen", sagte Engelke. "Wenn man so sieht, was mitunter alles dran ist ..." "Ja, Engelke, ich weiß nicht, du bist jetzt so fein geworden. Aber  ich bin noch ganz altmodisch. Und  dann  glaub’  ich  nebenher  wirklich,  daß  in  dem  Wachs  die  richtige  ›gesamte  Heilkraft  der Natur‹ steckt, fast noch mehr als in dem Honig. Krippenstapel übrigens is jetzt auch so furchtbar gebildet  und  hat  so  viele  feine  Wendungen,  wie  zum  Beispiel  die  mit  der  ›gesamten  Heilkraft‹. Aber  so  fein  wie  du  is  er  doch  noch  lange  nicht,  darauf  will  ich  mich  verschw"ren.  Und  auch darauf, daß er sich keine Birne schält." In dieser guten Laune verblieb Dubslav eine ganze Weile, sich mehr und mehr zurechtlegend, daß er sich die Quälerei mit all dem andern Zeug eigentlich hätte sparen k"nnen; "denn wenn alles drin ist, so ist doch auch Bärlapp und Katzenpf"tchen drin und natürlich auch Fingerhut oder, wie Sponholz sagt: ›die Digitalis‹." Engelke freilich wollte von di esen Sophistereien nichts wissen; sein Herr aber ließ sich durch solche Zweifel nicht st"ren und fuhr vielmehr fort: "Und dann, Engelke, macht es doch auch einen Unterschied, von wem eine Sache kommt. Die Katzenpf"tchen kommen von der Buschen, und die Wabe kommt von Krippenstapel. Das heißt also, hinter der Wabe steht ein  guter  Geist,  und  hinter  den  Katzenpf"tchen  steht  ein  b"ser  Geist.  Und  das  kannst  du  mir glauben,  an  solchen  Rätselhaftigkeiten  liegt  sehr  viel  im  Leben,  und  wenn  mir  Lorenzen  seine 186
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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