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Der Stechlin

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In Engelkens Augen traten Tränen. Dubslav, als er es sah, schlug rasch einen andern Ton an. "Nein, Engelke, graule dich nicht vor deinem alten Herrn. Ich habe es bloß so hingesagt. Die Buschen soll nich kommen. Es würde mir wohl  auch  nicht  viel  schaden,  aber  wenn  man  schon  so  in  sein  Grab  sieht,  dann  muß  man  doch anders sprechen, sonst hat man schlechte Nachrede bei den Leuten. Und das m"cht’ ich nich, um meinetwegen nich und um Woldemars wegen nich ... Und dabei fällt mir auch noch Adelheid ein ... Die käme mir am Ende gleich nach, um mich zu retten. Nein, Engelke, nich die Buschen. Aber gib mir noch mal von den Tropfen. Ein bißchen besser als der Tee sind sie doch." Engelke  ging,  und  Dubslav  war  wieder  allein.  Er  fühlte,  daß  es  zu  Ende  gehe.  "Das  ›Ich‹  ist nichts – damit muß man sich durchdringen. Ein ewig Gesetzliches vollzieht sich, weiter nichts, und dieser Vollzug, auch wenn er ›Tod‹ heißt, darf uns nicht schrecken. In das Gesetzliche sich ruhig schicken, das macht den sittlichen Menschen und hebt ihn." Er hing dem noch so nach und freute sich, alle Furcht überwunden zu haben. Aber dann kamen doch wieder Anfälle von Angst, und er seufzte: "Das Leben ist kurz, aber die Stunde ist lang." Es war eine schlimme Nacht. Alles blieb auf. Engelke lief hin und her, und Agnes saß in ihrem Bett und sah mit großen Augen durch die halbge"ffnete Tür in das Zimmer des Kranken. Erst als schon der Tag graute, wurde durch das ganze Haus hin alles ruhiger; der Kranke nickte matt vor sich hin, und auch Agnes schlief ein. Es war wohl schon sieben – die Parkbäume hinter dem Vorgarten lagen bereits in einem hellen Schein –, als Engelke zu dem Kinde herantrat und es weckte. "Steih upp, Agnes." "Is he dod?" "Nei. He sl"ppt en beten. Un ick gl"w, et sitt em nich mihr so upp de Bost." "Ick grul mi so." "Dat brukst du nich. Un kann ook sinn, he sl"ppt sich wedder gesunn ... Und nu, steih upp un bind di ook en Doog um’n Kopp. Et is noch en beten küll drut. Un denn geih in’n Goaren un plück em (wenn du wat finnst) en beten Krokus oder wat et sünsten is." Die Kleine trat auch leise durch die Balkontür auf die Veranda hinaus und ging auf das Rundell zu, um nach ein paar Blumen zu suchen. Sie fand auch allerlei; das Beste waren Schneegl"ckchen. Und nun ging sie, mit den Blumen in der Hand, noch ein paarmal auf und ab und sah, wie die Sonne drüben aufstieg. Sie fr"stelte. Zugleich aber kam ihr ein Gefühl des Lebens. Dann trat sie wieder in das Zimmer und ging auf den Stuhl zu, wo Dubslav saß. Engelke, die Hände gefaltet, stand neben seinem Herrn. Das Kind trat heran und legte die Blumen dem Alten auf den Schoß. "Dat sinn de ihrsten", sagte Engelke, "un wihren ook woll de be sten sinn." Dreiundvierzigstes Kapitel Es war Mittwoch früh, daß Dubslav, still und schmerzlos, das Zeitliche gesegnet hatte. Lorenzen wurde gerufen; auch Kluckhuhn kam, und eine Stunde später war ein Gemeindediener unterwegs, der die Nachricht von des Alten Tode den im Kreise Zunächstwohnenden überbringen sollte, voran der Domina, dann Koseleger, dann Katzlers und zuletzt den beiden Gundermanns. Den  Tag  drauf  trafen  zwei  Briefe  bei  den  Barbys  ein,  der  eine  von  Adelheid,  der  andre  von Armgard. Adelheid machte dem gräflichen Hause kurz und f"rmlich die Anzeige von dem Ableben ihres Bruders, unter gleichzeitiger Mitteilung, "daß das Begräbnis am Sonnabend mittag stattfinden werde". Der Brief Armgards aber lautete: "Liebe Melusine! Wir bleiben noch bis morgen hier – noch  einmal  das  Forum,  noch  einmal  den  Palatin.  Ich  werde  heute  noch  aus  der  Fontana  Trevi trinken, dann kommt man wieder, und das ist für jeden, der Rom verläßt, bekanntlich der gr"ßte 192
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Mit Vertrag über die abschließen...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsges...
Wettbewerbsrecht, Markenrecht und Kartellrecht
 
   
 
     
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