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"Ich dachte, lieber Barby", sagte der Baron, "in meinen Huldigungen gegen ihre märkische Frühlingslandschaft ein Äußerstes getan zu haben. Aber ich sehe , ich bleibe doch weit zurück; Sie schlagen mich aus dem Felde." "Ja", sagte der alte Graf, "und mir kommt es wohl auch zu. Denn ich bin der erste dran, davon Abschied nehmen zu müssen." Rex und Czako folgten in einem leichten Jagdwagen. Die beiden Schecken, kleine Shetländer, warfen ihre Mähnen. Daß man von einem Begräbnis kam, war dem Gefährt nicht recht anzusehen. "Rex", sagte Czako, "Sie k"nnten nun wieder ein ander Gesicht aufsetzen. Oder wollen Sie mich glauben machen, daß Sie wirklich betrübten Herzens sind?" "Nein, Czako, so gr"blich inszenier ich mich nicht. Und käme mir so was in den Sinn, so jedenfalls nicht vor einem Publikum, das Czako heißt. Übrigens wollen Sie bloß etwas von sich auf mich abwälzen. Sie sind betrübt, und wenn ich mir alles überlege, so steht es so, daß Sie bei dem Château Lafitte nicht auf ihre Rechnung gekommen sind. Er wirkte denn des Alten Bocksbeutel hab ich von unserem Oktoberbesuch her noch in dankbarer Erinnerung , wie wenn ihn Tante Adelheid aus ihrem Kloster mitgebracht hätte." "Rex, Sie sind ja wie vertauscht und reden beinah in meinem Stil. Es ist doch merkwürdig, sowie die Menschen dies Nest, dies Berlin, erst hinter sich haben, fängt Vernunft wieder an zu sprechen." "Sehr verbunden. Aber eskamotieren Sie nicht die Hauptsache. Meine Frage bleibt, warum so belegt, Czako? Denn daß Sie das sind, ist außer Zweifel. Wenns also nicht von dem Lafitte stammt, so kann es nur Melusine sein." Czako seufzte. "Da haben wirs. Tatsache festgestellt, obwohl ich Ihren Seufzer nicht recht verstehe. Sie haben nämlich nicht den geringsten Grund dazu. Gesamtsituation umgekehrt überaus günstig." "Sie vergessen, Rex, die Gräfin ist sehr reich." "Das erschwert nicht, das erleichtert bloß." "Und außerdem ist sie grundgescheit." "Das sind Sie beinah auch, wenigstens mitunter." "Und dann ist die Gräfin eine Gräfin, ja, sogar eine Doppelgräfin, erst durch Geburt und dann durch Heirat noch mal. Und dazu diese verteufelt vornehmen Namen: Barby, Ghiberti. Was soll da Czako? Teuerster Rex, man muß den Mut haben, den Tatsachen ins Auge zu sehn. Ich mache mir kein Hehl draus, Czako hat was merkwürdig Kommißmäßiges, etwa wie Landwehrmann Schultze. Kennen Sie das reizende Ballett Uckermärker und Picarde? Da haben Sie die ganze Geschichte. Melusine ist die reine Picarde." "Zugegeben. Aber was schadet das? Italianisieren Sie sich und schreiben Sie sich von morgen ab Ciacco. Dann sind Sie dem Ghiberti trotz seiner Grafenschaft dicht auf den Hacken." "Sapristi, Rex, cest une idée." Fünfundvierzigstes Kapitel Das junge Paar war, nach geplantem kurzen Aufenthalt erst in Amalfi und dann in Sorrent, in Capri angekommen. Woldemar fragte nach Briefen, erfuhr aber, daß nichts eingegangen. Armgard schien verstimmt. "Melusine läßt sonst nie warten." "Das hat dich verw"hnt. Sie verw"hnt dich überhaupt." "Vielleicht. Aber, so dirs recht ist, darüber erst später einmal, nicht heute; für solche Geständnisse sind wir doch eigentlich noch nicht lange genug verheiratet. Wir sind ja noch in den Flitterwochen." 197 |  |
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