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Der Stechlin

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Menschen, der gern ein freies Wort spricht, die Kehle zuzuschnüren. Ich rede selber gern, wie mir der Schnabel gewachsen ist." "Und  verplauderst  dich  dabei",  sagte  Woldemar,  "und  vergißt  zunächst  unser  Programm.  Um spätestens zwei müssen wir fort; wir haben also nur noch vier Stunden. Und Globsow, ohne das es nicht gehen wird, ist weit und kostet uns wenigstens die Hälfte davon ." "Alles richtig. Also das Menü, meine Herren. Ich denke mir die Sache so. Erst (da gleich hinter dem Buchsbaumgange) Besteigung des Aussichtsturms – noch eine Anlage von meinem Vater her, die sich, nach Ansicht der Leute hier, vordem um vieles sch"ner ausnahm als jetzt. Damals waren nämlich  noch  lauter  bunte  Scheiben  da  oben,  und  alles,  was  man  sah,  sah  rot  oder  blau  oder orangefarben aus. Und alle Welt hier war unglücklich, als ich diese bunten Gläser wegnehmen ließ. Ich empfand es aber wie ‘ne Naturbeleidigung. Grün ist grün, und Wald ist Wald ... Also Nummer eins der Aussichtsturm; Nummer zwei Krippenstapel und die Schule; Nummer drei die Kirche samt Kirchhof.  Pfarre  schenken  wir  uns.  Dann  Wald  und  See.  Und  dann  Globsow,  wo  sich  eine Glasindustrie  befindet.  Und  dann  wieder  zurück,  und  zum  Abschluß  ein  zweites  Frühstück,  eine altmodische   Bezeichnung,   die   mir   aber   trotzdem   immer   besser   klingt   als   Lunch.   ›Zweites Frühstück‹ hat etwas ausgesprochen Behagliches und gibt zu verstehen, daß man ein erstes schon hinter sich hat ... Woldemar, dies ist mein Programm, das ich dir, als einem Eingeweihten, hiermit unterbreite. Ja oder nein?" "Natürlich ja, Papa. Du triffst dergleichen immer am besten. Ich meinerseits mache aber nur die erste Hälfte mit. Wenn wir in der Kirche fertig sind, muß ich zu Lorenzen. Krippenstapel kann mich ja mehr als ersetzen, und in Globsow weiß er all und jedes. Er spricht, als ob er Glasbläser gewesen wäre." "Darf   dich   nicht   wundern.   Dafür   ist   er   Lehrer   im   allgemeinen   und   Krippenstapel   im besonderen." So war denn also das Programm festgestellt, und nachdem Dubslav mit Engelkes Hilfe seinen noch  ziemlich  neuen  weißen  Filzhut,  den  er  sehr  schonte,  mit  einem  wotanartigen  schwarzen Filzhut vertauscht und einen schweren Eichenstock in die Hand genommen hatte, brach man auf, um zunächst auf den als erste Sehenswürdigkeit festgesetzten Aussichtsturm hinaufzusteigen. Der Weg dahin, keine hundert Schritte, führte durch einen sogenannten "Poetensteig". "Ich weiß ni cht", sagte Dubslav, "warum meine Mutter diesen etwas anspruchsvollen Namen hier einführte. Soviel mir  bekannt,  hat  sich  hier  niemals  etwas  betreffen  lassen,  was  zu  dieser  Rangerh"hung  einer ehemaligen Taxushecke hätte Veranlassung geben k"nnen. Und ist auch re cht gut so." "Warum gut, Papa?" "Nun, nimm es nicht übel", lachte Dubslav. "Du sprichst ja, wie wenn du selber einer wärst. Im übrigen räum’ ich dir ein, daß ich kein rechtes Urteil über derlei Dinge habe. Bei den Kürassieren war keiner, und ich habe überhaupt nur einmal einen gesehen, mit einem kleinen Verdruß und einer Goldbrille, die er beständig abnahm und putzte. Natürlich bloß ein Männchen, klein und eitel. Aber sehr elegant." "Elegant?" fragte Czako. "Dann stimmt es nicht; dann haben Sie so gut wie keinen gesehen." Unter  diesem  Gespräche  waren  sie  bis  an  den  Turm  gekommen,  der  in  mehreren  Etagen  und zuletzt auf bloßen Leitern anstieg. Man mußte schwindelfrei sein, um gut hinaufzukommen. Oben aber war es wieder gefahrlos, weil eine feste Wandung das Podium umgab. Rex und Czako hielten Umschau. Nach Süden hin lag das Land frei, nach den drei andern Seiten hin aber war alles mit Waldmassen  besetzt,  zwischen  denen  gelegentlich  die  sich  hier  auf  weite  Meilen  hinziehende Seenkette sichtbar wurde. Der nächste See war der Stechlin. "Wo ist nun die Stelle?" fragte Czako. "Natürlich die, wo’s sprudelt und strudelt." "Sehen Sie die kleine Buchtung da, mit der weißen Steinbank?" "Jawohl; ganz deutlich." "Nun, von der Steinbank aus keine zwei Bootslängen in den See hinein, da haben Sie die Stelle, die, wenn’s sein muß, mit Java telephoniert." "Ich gäbe was drum", sagte Czako, "wenn jetzt der Hahn zu krähen anfinge." 27
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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