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Der Stechlin

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Woldemar  und  Lorenzen,  die  nicht  mit  dabei  gewesen  waren,  waren  neugierig,  auf  welchen Vorgang sich all dies Lob des Alten bez"ge. "Was  hat  denn",  fragte  Woldemar,  "die  Globsower  Jungens  mit  einem  Mal  zu  so  guter Reputation gebracht?" "Oh, es war wirklich charmant", sagte Czako, "wir steckten noch unter den Waldbäumen, als wir  auch  schon  Stimmen  wie  Kommandorufe  h"rten,  und  kaum  daß  wir  auf  einen  freien,  von Kastanien   umstellten   Platz   hinausgetreten   waren   (eigentlich   war   es   wohl   schon   ein   großer Fabrikhof), so sahen wir uns wie mitten in einer Bataille." Rex  nickte  zustimmend,  während  Czako  fortfuhr:  "Auf  unserer  Seite  stand  die  bis  dahin augenscheinlich  siegreiche  Partei,  deren  weiterer  Angriff  aber  wegen  der  guten  gegnerischen Deckung  mit  einem  Male  stoppte.  Kaum  zu  verwundern.  Denn  eben  diese  Deckung  bestand  aus wohl tausend, ein großes Karree bildenden Glasballons, hinter die sich die geschlagene Truppe wie hinter eine Barrikade zurückgezogen hatte. Da standen sie nun und nahmen ein mit den massenhaft umherliegenden Kastanien geführtes Feuergefecht  auf. Die meisten ihrer Schüsse gingen zu kurz und  fielen  klappernd  wie  Hagel  auf  die  Ballons  nieder.  Ich  hätte  dem  Spiel,  ich  weiß  nicht  wie lange,   zusehn   k"nnen.   Als   man   unserer   aber   ansichtig   wurde,   stob   alles   unter   Hurra   und Mützenschwenken auseinander. Überall sind Photographen. Nur wo sie hingeh"ren, da fehlen sie. Genauso wie bei der Polizei." Dubslav hatte schmunzelnd der Schilderung zugeh"rt. "H"ren Sie, Hauptmann, Sie verstehen es aber; Sie k"nnen mit ‘nem Dukaten den Großen Kurfürsten vergolden." "Ja", sagte Rex, seinen Partner pl"tzlich im Stiche lassend, "das tut unser Freund Czako nicht anders; dreiviertel ist immer Dichtung." "Ich  gebe  mich  auch  nicht  für  einen  Historiker  aus  und  am  wenigsten  für  einen  korrekten Aktenmenschen." "Und  dabei,  lieber  Czako",  nahm  jetzt  Dubslav  das  Wort,  "dabei  bleiben  Sie  nur.  Auf  Ihr Spezielles! In so wichtiger Sache müssen Sie mir aber in meiner Lieblingssorte Bescheid tun, nicht in   Rotwein,   den   mein   berühmter   Miteinsiedler   das   ›natürliche   Getränk   des   norddeutschen Menschen‹ genannt hatte. Einer seiner mannigfachen Irrtümer; vielleicht der gr"ßte. Das natürliche Getränk des norddeutschen Menschen ist am Rhein und Main zu finden. Und am vorzüglichsten da, wo sich, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, bei- de vermählen. Ungefähr von dieser Vermählungsstelle kommt auch der hier." Und dabei wies er auf  eine  vor  ihm  stehende  Bocksbeutelflasche.  "Sehen  Sie,  meine  Herren,  verhaßt  sind  mir  alle langen Hälse; das hier aber, das nenn’ ich eine gefällige Form. Heißt es nicht irgendwo: ›Laßt mich dicke  Leute  sehn‹,  oder  so  ähnlich.  Da  stimm’  ich  zu;  dicke  Flaschen,  die  sind  mein  Fall."  Und dabei stieß er wiederholt mit Czako an. "Noch einmal, auf Ihr Wohl. Und auf Ihres, Herr von Rex. Und dann auf das Wohl meiner Globsower, oder wenigstens meiner Globsower Jungens, die sich nicht bloß um Fehrbellin kümmern und um Leipzig, sondern, wie wir gesehen haben, auch selber ihre Schlachten schlagen. Ich ärgere mich nur immer, wenn ich diese riesigen Ballons da zwischen meinen Globsowern sehe. Und hinter dem ersten Fabrikhof (ich wollte Sie nur nicht weiter damit behelligen), da ist noch ein zweiter Hof, der sieht noch schlimmer aus. Da stehen nämlich wahre Glasungeheuer, auch Ballons, aber mit langem Hals dran, und die heißen dann Retorten." "Aber Papa", sagte Woldemar, "daß du dich über die paar Retorten und Ballons nie beruhigen kannst. Solang ich nur denken kann, eiferst du dagegen. Es ist doch ein wahres Glück, daß so viel davon in die Welt geht und den armen Fabrikleuten einen guten Lohn sichert. So was wie Streik kommt hier ja gar nicht vor, und in diesem Punkt ist unsre Stechliner Gegend doch wirklich noch wie ein Paradies." Lorenzen lachte. "Ja, Lorenzen, Sie lachen", warf Dubslav hier ein. "Aber bei Lichte besehen hat Woldemar doch recht, was (und Sie wissen auch warum) eigentlich nicht oft vorkommt. Es ist genau so, wie er sagt. Natürlich bleibt uns Eva und die Schlange; das ist  uralte Erbschaft. Aber so viel noch von guter alter Zeit in dieser Welt zu finden ist, so viel findet sich hier, hier in unsrer lieben alten Grafschaft. Und  in  dies  Bild  richtiger  Gliederung,  oder  meinetwegen  auch  richtiger  Unterordnung  (denn  ich 33
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Mit Vertrag über die abschließen...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsges...
Wettbewerbsrecht, Markenrecht und Kartellrecht
 
   
 
     
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