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Der Stechlin

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KLOSTER WUTZ Siebtes Kapitel Alle   setzten   sich   denn   auch   wieder   in   Trab,   mit   ihnen   Fritz,   der   dabei   näher   an   die voraufreitenden  Herren  herankam.  Das  Gespräch  schwieg  ganz,  weil  jeder  in  Erwartung  der kommenden Dinge war. Die  Chaussee  lief  hier,  auf  eine  gute  Strecke,  zwischen  Pappeln  hin;  als  man  aber  bis  in unmittelbare Nähe von Kloster Wutz gekommen war, h"rten diese Pappeln auf, und der sich mehr und  mehr  verschmälernde  Weg  wurde  zu  beiden  Seiten  von  Feldsteinmauern  eingefaßt,  über  die man alsbald in die verschiedensten Gartenanlagen mit allerhand Küchen- und Blumenbeeten und mit  vielen  Obstbäumen  dazwischen  hineinsah.  Alle  drei  ließen  jetzt  die  Pferde  wieder  in  Schritt fallen. "Der Garten hier links", sagte Woldemar, "ist der Garten der Domina, meiner Tante Adelheid; etwas primitiv, aber wundervolles Obst. Und hier gleich rechts, da bauen die Stiftsdamen ihren Dill und ihren Meiran. Es sind aber nur ihrer vier, und wenn welche gestorben sind – aber sie sterben selten –, so sind es noch weniger." Unter diesen orientierenden Mitteilungen des hier aus seinen Knabenjahre n her Weg und Steg kennenden   Woldemar   waren   alle   durch   eine   Mauer"ffnung   in   einen   großen   Wirtschaftshof eingeritten, der baulich so ziemlich jegliches enthielt, was hier, bis in die Tage des Dreißigjährigen Krieges hinein, der dann freilich alles zerst"rte,  mal Kloster Wutz gewesen war. Vom Sattel aus ließ sich alles bequem überblicken. Das meiste, was sie sahen, waren wirr durcheinandergeworfene, von Baum und Strauch überwachsene Trümmermassen. "Es erinnert mich an den Palatin", sagte Rex, "nur ins christlich Gotische transp oniert." "Gewiß",  bestätigte  Czako  lachend.  "Soweit  ich  urteilen  kann,  sehr  ähnlich.  Schade,  daß Krippenstapel nicht da ist. Oder Tucheband." Damit brach das Gespräch wieder ab. In  der  Tat,  wohin  man  sah,  lagen  Mauerreste,  in  die,  seltsamlich  genug,  die  Wohnungen  der Klosterfrauen eingebaut waren, zunächst die gr"ßere der Domina, daneben die kleineren der vier Stiftsdamen,  alles  an  der  vorderen  Langseite  hin.  Dieser  gegenüber  aber  zog  sich  eine  zweite, parallel   laufende   Trümmerlinie,   darin   die   Stallgebäude,   die   Remisen   und   die   Rollkammern untergebracht waren. Verblieben nur noch die zwei Schmalseiten, von denen die eine nichts als eine von  Holunderbüschen  übergrünte  Mauer,  die  andere  dagegen  eine  hoch  aufragende  mächtige Giebelwand  war,  dieselbe,  die  man  schon  beim  Anritt  aus  einiger  Entfernung  gesehen  hatte.  Sie stand da, wie bereit, alles unter ihrem beständig drohenden Niedersturz zu begraben, und nur das eine konnte wieder beruhigen, daß sich auf h"chster Spitze der Wand ein Storchenpaar eingenistet hatte. St"rche, deren feines Vorgefühl immer weiß, ob etwas hält oder fällt. Von   der   Mauer"ffnung,   durch   die   man   eingeritten,   bis   an   die   in   die   Feldsteintrümmer eingebauten Wohngebäude waren nur wenige Schritte, und als man davor hielt, erschien alsbald die Domina selbst, um ihren Neffen und seine beiden Freunde zu begrüßen. Fritz, der, wie überall, so auch  hier  Bescheid  wußte,  nahm  die  Pferde,  um  sie  nach  einem  an  der  andern  Seite  gelegenen Stallgebäude  hinüberzuführen,  während  Rex  und  Czako  nach  kurzer  Vorstellung  in  den  von Schränken umstellten Flur eintraten. "Ich habe dein Telegramm", sagte die Domina, "erst um ein Uhr erhalten. Es geht über Gransee, und der Bote muß weit laufen. Aber sie wollen ihm ein Rad anschaffen, solches, wie jetzt überall Mode ist. Ich sage Rad, weil ich das fremde Wort, das so verschieden ausgesprochen wird, nicht 39
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Mit Vertrag über die abschließen...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsges...
Wettbewerbsrecht, Markenrecht und Kartellrecht
 
   
 
     
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