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Der Stechlin

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ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012 
 
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Achtes Kapitel Tante Adelheid, wenn sich nichts geradezu Verstimmliches ereignete, war, von alten Zeiten her, eine  gute  Wirtin  und  besaß  neben  anderm  auch  jene  Direktoralaugen,  die  bei  Tische  so  viel bedeuten; aber eine Gabe besaß sie nicht, die, das Gespräch, wie’s in einem engsten Zirkel doch sein  sollte,  zusammenzufassen.  So  zerfiel  denn  die  kleine  Tafelrunde  von  Anfang  an  in  drei Gruppen, von denen eine, wiewohl nicht absolut schweigsam, doch vorwiegend als Tafelornament wirkte.  Dies  war  die  Gruppe  Woldemar-Triglaff.  Und  das  konnte  nicht  wohl  anders  sein.  Die Triglaff, wie sich das bei Kakadugesichtern so häufig findet, verband in sich den Ausdruck h"chster Tiefsinnigkeit  mit  ganz  ungew"hnlicher  Umnachtung,  und  ein  letzter  Rest  von  Helle,  der  ihr vielleicht geblieben sein mochte, war ihr durch eine stupende Triglaffvorstellung schließlich doch auch noch abhanden gekommen. Eine direkte Deszendenz von dem gleichnamigen Wendengotte, etwa wie Czako von Czako, war freilich nicht nachzuweisen, aber doch auc h nicht ausgeschlossen, und  wenn  dergleichen  überhaupt  vorkommen  oder  nach  stiller  Übereinkunft  auch  nur  allgemein angenommen  werden  konnte,  so  war  nicht  abzusehen,  warum  gerade  sie  leer  ausgehen  oder  auf solche M"glichkeit verzichten sollte. Dieser hochgespannten, ganz im Speziellen sich bewegenden Adelsvorstellung  entsprach  denn  auch  das  gereizte  Gefühl,  das  sie  gegen  den  Zweig  des  Hauses Thadden unterhielt, der sich, nach seinem pommerschen Gute Triglaff, Thadden-Triglaff nannte – eine  Zubenennung,  die  ihr,  der  einzig  wirklichen  Triglaff,  einfach  als  ein  Übergriff  oder  doch mindestens als eine Beeinträchtigung erschien. Woldemar, der dies alles kannte, war dagegen gefeit und  wußte  seinerseits  seit  lange,  wie  zu  verfahren sei, wenn ihm die Triglaff als Tischnachbarin zufiel. Er hatte sich für diesen Fall, der übrigens "fter eintrat, als ihm lieb war, die Namen aller Konventualinnen auswendig gelernt, die während seiner Kinderzeit in Kloster Wutz gelebt hatten und von denen er recht gut wußte, daß sie seit lange tot waren. Er begann aber trotzdem regelmäßig seine  Fragen  so  zu  stellen,  als  ob  das  Dasein  dieser  längst  Abgeschie denen  immer  noch  einer M"glichkeit unterläge. "Da   war   ja   hier   früher,   mein   gnädigstes   Fräulein,   eine   Drachenhausen,   Aurelie   von Drachenhausen, und übersiedelte dann, wenn ich nicht irre, nach Kloster Zehdenick. Es würde mich lebhaft interessieren, in Erfahrung zu bringen, ob sie noch lebt oder ob sie vielleicht schon tot ist." Die Triglaff nickte. Czako, dieses Nicken beobachtend, sprach sich später gegen Rex dahin aus, daß das alles mit der Abstammung der Triglaff ganz natürlich zusammenhänge. "G"tzen nicken bloß." Um   vieles   lebendiger   waren   Rede   und   Gegenrede   zwischen   Tante   Adelheid   und   dem Ministerialassessor,  und  das  Gespräch  beider,  das  nur  sittliche  Hebungsfragen  berührte,  hätte durchaus  den  Charakter  einer  gemütlichen,  aber  doch  durch  Ernst  geweihten  Synodalplauderei gehabt,  wenn  sich  nicht  die  Gestalt  des  Rentmeisters  Fix  beständig  eingedrängt  hätte,  dieses Dominaprotegés,  von  dem  Rex,  unter  Zurückhaltung  seiner  wahren  Meinung,  immer  aufs  neue versicherte, "daß in diesem kl"sterlichen Beamten eine seltene Verquickung von Prinzipienstrenge mit Geschäftsgenie vorzuliegen scheine". Das waren die zwei Paare, die den linken Flügel beziehungsweise die Mitte des Tisches bildeten. Die beiden Hauptfiguren waren aber doch Czako und die Schmargendorf, die ganz nach rechts hin saßen,  in  Nähe  der  dicken  Fenstergardinen  aus  Wollstoff,  in  deren  Falten  denn  auch  vieles glücklicherweise verklang. An die Suppe hatte sich ein Fisch und an diesen ein Linsenpüree mit gebackenem Schinken gereiht, und nun wurden gespickte Rebhuhnflügel in einer pikanten Sauce, die  zugleich  Küchengeheimnis  der  Domina  war,  herumgereicht.  Czako,  trotzdem  er  schon  dem 45
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Mit Vertrag über die abschließen...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsges...
Wettbewerbsrecht, Markenrecht und Kartellrecht
 
   
 
     
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