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ist richtig, ich spreche gern mit ihm; er hat so was Ruhiges und Gesetztes und immer schlicht und natürlich. Meinst du nicht auch?" Jeserich nickte. "Und glaubst du nicht auch (denn warum käme er sonst so oft), daß er was vorhat?" "Glaub ich auch, Herr Graf." "Na, was glaubst du?" "Gott, Herr Graf ..." "Ja, Jeserich, du willst nicht raus mit der Sprache. Das hilft dir aber nichts. Wie denkst du dir die Sache?" Jeserich schmunzelte, schwieg aber weiter, weshalb dem alten Grafen nichts übrig blieb, als seinerseits fortzufahren. "Natürlich paßt Armgard besser, weil sie jung ist; es ist so mehr das richtige Verhältnis, und überhaupt, Armgard ist sozusagen dran. Aber, weiß der Teufel, Melusine ..." "Freilich, Herr Graf." "Also du hast doch auch so was gesehen. Alles dreht sich immer um die. Wie denkst du dir nun den Rittmeister? Und wie denkst du dir die Damen? Und wie steht es überhaupt? Ist es die oder ist es die?" "Ja, Herr Graf, wie soll ich darüber denken? Mit Damen weiß man ja nie vornehm und nicht vornehm, klein und groß, arm und reich, das is all eins. Mit unsrer Lizzi is es gerad ebenso wie mit Gräfin Melusine. Wenn man denkt, es is so, denn is es so, und wenn man denkt, es is so, denn is es wieder so. Wie meine Frau noch lebte, Gott habe sie selig, die sagte auch immer: Ja, Jeserich, was du dir bloß denkst; wir sind eben ein Rätsel. Ach Gott, sie war ja man einfach, aber das k"nnen Sie mir glauben, Herr Graf, so sind sie alle." "Hast ganz recht, Jeserich. Und deshalb k"nnen wir auch nicht gegen an. Und ich freue mich, daß du das auch so scharf aufgefaßt hast. Du bist überhaupt ein Menschenkenner. Wo dus bloß her hast? Du hast so was von nem Philosophen. Hast du schon mal einen gesehen?" "Nein, Herr Graf. Wenn man so viel zu tun hat und immer Silber putzen muß." "Ja, Jeserich das hilft doch nu nich, davon kann ich dich nicht freimachen ..." "Nein, so mein ich es ja auch nich, Herr Graf, und ich bin ja auch fürs Alte. Gute Herrschaft und immer denken, man geh"rt so halb wie mit dazu dafür bin ich. Und manche sollen ja auch halb mit dazu geh"ren ... Aber ein bißchen anstrengend is es doch mitunter, und man is doch am Ende auch ein Mensch ..." "Na, h"re, Jeserich, das hab ich dir doch noch nicht abgesproc hen." "Nein, nein, Herr Graf. Gott, man sagt so was bloß. Aber ein bißchen is es doch damit ..." Zw"ftes Kapitel Woldemar wie Rex seinem Freunde Czako, als beide über den Cremmer Damm ritten, ganz richtig mitgeteilt hatte verkehrte seit Ausgang des Winters im Barbyschen Hause, das er sehr bald vor andern Häusern seiner Bekanntschaft bevorzugte. Vieles war es, was ihn da fesselte, voran die beiden Damen; aber auch der alte Graf. Er fand Ähnlichkeiten, selbst in der äußern Erscheinung, zwischen dem Grafen und seinem Papa, und in seinem Tagebuche, das er, trotz sonstiger Modernität, in altmodischer Weise von jung an führte, hatte er sich gleich am ersten Abend über eine gewisse Verwandtschaft zwischen den beiden geäußert. Es hieß da unterm 18. April: "Ich kann Wedel nicht dankbar genug sein, mich bei den Barbys eingeführt zu haben; alles, was er von dem Hause gesagt, fand ich bestätigt. Diese Gräfin, wie charmant, und die Schwester ebenso, trotzdem gr"ßere Gegensätze kaum denkbar sind. An der einen alles Temperament und Anmut, an der andern 58 |  |
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