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Der Stechlin

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Rittmeister von Stechlin, die den Barbyschen Kreis bildeten. An Woldemar hatte man sich rasch attachiert,  und  die  freundlichen  Gefühle,  denen  er  bei  dem  alten  Grafen  sowohl  wie  bei  den T"chtern  begegnete,  wurden  von  allen  Hausbewohnern  geteilt.  Selbst  die  Hartwigs  interessierten sich  für  den  Rittmeister,  und  wenn  er  abends  an  der  Portierloge  vorüberkam,  guckte  Hedwig neugierig durch das Fensterchen und sagte: "So einen, – ja, das la ss’ ich mir gefallen." Dreizehntes Kapitel Woldemar, als er sich von den jungen Damen im Barbyschen Hause verabschiedet hatte, hatte versprechen müssen, seinen Besuch recht bald zu wiederholen. Aber  was  war  "recht  bald"?  Er  rechnete  hin  und  her  und  fand,  daß  der  dritte  Tag  dem  etwa entsprechen würde; das war "recht bald" und doch auch wieder nicht zu früh. Und so ging er denn, als der Abend dieses dritten Tages da war, auf die Hallesche Brücke zu, wartete hier die Ringbahn ab    und    fuhr,    am    Potsdamer    und    Brandenburger    Tor    vorüber,    bis    an    jene    sonderbare Reichstagsuferstelle, wo, von mächtiger Giebelwand herab, ein wohl zwanzig Fuß hohes, riesiges Kaffeemädchen  mit  einem  ganz  kleinen  Häubchen  auf  dem  Kopf  freundlich  auf  die  Welt  der Vorübereilenden herniederblickt, um ihnen ein Paket Kneippschen Malzkaffee zu präsentieren. An dieser  echt  berlinisch-pittoresken  Ecke  stieg  Woldemar  ab,  um  die  von  hier  aus  nur  noch  kurze Strecke bis an das Kronprinzenufer zu Fuß zurückzulegen. Es war gegen acht, als er in dem Barbyschen Hause die mit Teppich überdeckte Marmortreppe hinaufstieg und die Klingel zog. Im selben Augenblick, wo Jeserich "ffnete, sah Woldemar an des Alten  verlegenem  Gesicht,  daß  die  Damen  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  wieder  nicht  zu  Hause waren. Aber eine Verstimmung darüber durfte nicht aufkommen, und so ließ er es geschehen, daß Jeserich ihn bei dem alten Grafen meldete. "Der Herr Graf lassen bitten." Und nun trat Woldemar in das Zimmer des wieder mal von Neuralgie Geplagten ein, der ihm, auf einen dicken Stock gestützt, unter freundlichem Gruß entgegenkam. "Aber Herr Graf", sagte Woldemar und nahm des alten Herrn linken Arm, um ihn bis an seinen Lehnstuhl  und  eine  für  den  kranken  Fuß  zurechtgemachte  Stellage  zurückzuführen.  "Ich  fürchte, daß ich st"re." "Ganz im Gegenteil, lieber Stechlin. Mir hochwillkommen. Außerdem hab’ ich strikten Befehl, Sie, coûte que coûte, festzuhalten; Sie wissen, Damen sind groß in Ahnungen, und bei Melusine hat es schon geradezu was Prophetisches." Woldemar lächelte. "Sie lächeln, lieber Stechlin, und haben recht. Denn daß sie nun schließlich doch gegangen ist (natürlich  zu  den  Berchtesgadens),  ist  ein  Beweis,  daß  sie  sich  und  ihrer  Prophetie  doch  auch wieder  einigermaßen  mißtraute.  Aber  man  ist  immer  nur  klug  und  weise  für  andre.  Die  Doktors machen es ebenso; wenn sie sich selber behandeln sollen, wälzen sie di e Verantwortung von sich ab und sterben lieber durch fremde Hand. Aber was sprech’ ich nur immer von Melusine. Freilich, wer in  unserm  Hause  so  gut  Bescheid  weiß  wie  Sie,  wird  nichts  Überraschliches  darin  finden.  Und zugleich wissen Sie, wie’s gemeint ist. Armgard ist übrigens in Sicht; keine zehn Minuten mehr, so werden wir sie hier haben." "Ist sie mit bei der Baronin?" "Nein,  Sie  dürfen  sie  nicht  so  weit  suchen.  Armgard  ist  in  ihrem  Zimmer,  und  Doktor Wrschowitz ist bei ihr. Es kann aber nicht lange mehr dauern." "Aber ich bitte Sie, Herr Graf, ist die Komtesse krank?" 63
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Mit Vertrag über die abschließen...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsges...
Wettbewerbsrecht, Markenrecht und Kartellrecht
 
   
 
     
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