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Der Stechlin

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der Erde zurückgezogen. Allen vorauf, wie mir scheint, in Ihre Stechliner Gegend. Ich wette, Sie haben uns noch über vieles zu berichten, und ich kann nur wiederholen, ich m"chte davon h"ren. Unsre  gute  Baronin,  der  ich  davon  erzählt  habe,  denkt  ebenso;  sie  hat  den  Zug  aller  naiven  und liebenswürdigen Frauen, neugierig zu sein. Ich, ohne die genannten Vo rbedingungen zu erfüllen, bin ihr trotzdem an Neugier gleich. Und so haben wir denn eine Nachmittagspartie verabredet, bei der Sie der große Erzähler sein sollen. In der Regel freilich verläuft es anders wie gedacht, und man h"rt nicht das, was man h"ren wollte. Das darf uns aber in unserm guten Vorhaben nicht hindern. Die  Baronin  hat  mir  etwas  vorgeschwärmt  von  einer  Gegend,  die  sie  ›Oberspree‹  nannte  (die vielleicht  auch  wirklich  so  heißt),  und  wo’s  so  sch"n  sein  soll,  daß  sich  die  Havelherrlichkeiten daneben verstecken müssen. Ich will es ihr glauben, und jedenfalls werd’ ich es ihr nachträglich versichern, auch wenn ich es nicht gefunden haben sollte. Das Ziel unsrer Fahrt – ein Punkt, den übrigens   die   Berchtesgadens   noch   nicht   kennen;   sie   waren   bisher   immer   erheblich   weiter flußaufwärts  –,  das  Ziel  unsrer  Reise  hat  einen  ziemlich  sonderbaren  Namen  und  heißt  das ›Eierhäuschen‹. Ich werde seitdem die Vorstellung von etwas Ovalem nicht los und werde wohl erst geheilt sein, wenn sich mir die so sonderbar benamste Spreesch"nheit pers"nlich vorgestellt haben wird. Also morgen, Donnerstag: Eierhäuschen. Ein ›Nein‹ gibt es natürlich nicht. Abfahrt vier U hr, Jannowitzbrücke.  Papa  begleitet  uns;  es  geht  ihm  seit  heut  um  vieles  besser,  so  daß  er  sich’s zutraut. Vielleicht ist vier etwas spät; aber wir haben dabei, wie mir Lizzi sagt, den Vorteil, auf der Rückfahrt  die  Lichter  im  Wasser  sich  spiegeln  zu  sehen.  Und  vielleicht  ist  auch  irgendwo Feuerwerk, und wir sehen dann die Raketen steigen. Armgard ist in Aufregung, fast auch ich. Au revoir. Eines Herrn Rittmeisters wohlaffektionierte Melusine." Nun war der andre Nachmittag da, und kurz vor vier Uhr fuhren erst die Berchtesgadens und gleich danach auch die Barbys bei der Jannowitzbrücke vor. Woldemar wartete schon. Alle waren in  jener  heitern  Stimmung,  in  der  man  geneigt  ist,  alles  sch"n  und  reizend  zu  finden.  Und  diese Stimmung   kam   denn   auch   gleich   der   Dampfschiffahrtsstation   zustatten.   Unter   lachender Bewunderung  der  sich  hier  darbietenden  Holzarchitektur  stieg  man  ein  Gewirr  von  Stiegen  und Treppen hinab und schritt, unten angekommen, an den um diese Stunde noch leeren Tischen eines hier  etablierten  "Lokals"  vorüber,  unmittelbar  auf  das  Schiff  zu,  dessen  Glocke  schon  zum erstenmal geläutet hatte. Das Wetter war prachtvoll, flußaufwärts alles  klar und sonnig, während über der Stadt ein dünner Nebel lag. Zu beiden Seiten des Hinterdecks nahm man auf Stühlen und Bänken Platz und sah von hier aus auf das verschleierte Stadtbild zur ück. "Da heißt es nun immer", sagte Melusine, "Berlin sei so kirchenarm; aber wir werden bald K"ln und  Mainz  aus  dem  Felde  geschlagen  haben.  Ich  sehe  die  Nikolaikirche,  die  Petrikirche,  die Waisenkirche, die Schloßkuppel, und das Dach da, mit einer Art von chinesischer Deckelmütze, das ist, glaub’ ich, der Rathausturm. Aber freilich, ich weiß nicht, ob ich den mitrechnen darf." "Turm  ist  Turm",  sagte  die  Baronin.  "Das  fehlte  so  gerade  noch,  daß  man  dem  armen  alten Berlin auch seinen Rathausturm als Turm abstritte. Man eifersüchtelt schon genug." Und nun schlug es vier. Von der Parochialkirche her klang das Glockenspiel, die Schiffsglocke läutete dazwischen, und als diese wieder schwieg, wurde das Brett aufgeklappt, und unter einem schrillen Pfiff setzte sich der Dampfer auf das mittlere Brückenjoch zu in Bewegung. Oben,  in  Nähe  der  Jannowitzbrücke,  hielten  immer  noch  die  beiden  herrschaftlichen  Wagen, die’s für angemessen erachten mochten, ehe sie selber aufbrachen, zuvor den Aufbruch des Schiffes abzuwarten, und erst als dieses unter der Brücke verschwunden war, fuhr der gräflich Barbysche Kutscher  neben  den  freiherrlich  Berchtesgadenschen,  um  mit  diesem  einen  Gruß  auszutauschen. Beide kannten sich seit lange, schon von London her, wo sie bei denselben Herrschaften in Dienst gestanden  hatten.  In  diesem  Punkte  waren  sie  sich  gleich,  sonst  aber  so  verschieden  wie  nur m"glich,  auch  schon  in  ihrer  äußeren  Erscheinung.  Imme,  der  Barbysche  Kutscher,  ein  ebenso martialisch    wie    gutmütig    dreinschauender    Mecklenburger,    hätte    mit    seinem    angegrauten Sappeurbart  ohne  weiteres  vor  eine  Gardetruppe  treten  und  den  Zug  als  Tambourmajor  er"ffnen k"nnen,  während  der  Berchtesgadensche,  der  seine  Jugend  als  Trainer  und  halber  Sportsmann zugebracht hatte, nicht bloß einen englischen Namen führte, sondern auch ein typischer Engländer war, hager, sehnig, kurz geschoren und glatt rasiert. Seine Glotzaugen hatten etwas Stupides; er war 69
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
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Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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