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Der Stechlin

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sorgten aber dafür, daß der Beifall reichlicher war und daß die Schlußwendung "und so vereinigen wir  uns  denn  in  dem  Satze:  was  um  den  Stechlin  herum  wohnt,  das  ist  für  Stechlin"  einen ungeheuren Beifall fand. Pyterke hob seinen Helm und stieß mit dem Pallasch auf, während Uncke sich  umsah,  ob  doch  vielleicht  ein  einzelner  Übelwollender  zu  notieren  sei.  Nicht  um  ihn  direkt anzuzeigen, aber doch zur Kenntnisnahme. Brose, der (wohl eine Folge seines Berufs) unter dem ungewohnten  langen  Stillstehen  gelitten  hatte,  nahm  im  Vorflur,  wie  zur  Niederkämpfung  seiner Beinnervosität,  eine  Art  Probegeschwindschritt  rasch  wieder  auf,  während  Kluckhuhn  sich  von seinem  Stuhl  erhob,  um  Katzler  erst  militärisch  und  dann  unter  gew"hnlicher  Verbeugung  zu begrüßen,  wobei  seine  Düppelmedaille  dem  Katzlerschen  Eisernen  Kreuz  entgegenpendelte.  Nur Koseleger und Lorenzen blieben ruhig. Um des Superintendenten Mund war ein leiser ironischer Zug. Dann erklärte der Vorsitzende die Sitzung für geschlossen; alles brach auf, und nur Uncke sagte zu Brose: "Wir bleiben noch, Brose; morgen wird es Lauferei genug geben." "Denk’ ich auch. Aber lieber laufen, als hier so stille stehen."   Achtzehntes Kapitel Draußen,  unter  dem  Gezweig  der  alten  Linden,  standen  mehrere  Kaleschwagen,  aber  der  des Superintendenten  fehlte  noch,  weil  Koseleger  eine  viel  längere  Sitzung  erwartet  und  daraufhin seinen  Wagen  erst  zu  zehn  Uhr  bestellt  hatte.  Bis  dahin  war  noch  eine  hübsche  Zeit;  der Superintendent indessen schien nicht unzufrieden darüber, und seines Amtsbruders Arm nehmend, sagte   er:   "Lieber   Lorenzen,   ich   muß   mich,   wie   Sie   sehen,   bei   Ihnen   zu   Gaste   laden.   Als Unverheirateter werden Sie, so hoffe ich, über die St"rung leicht hinwegkommen. Die Ehe bedeutet in  der  Regel  Segen,  wenigstens  an  Kindern,  aber  die  Nichtehe  hat  auch  ihre  Segnungen.  Unsere guten  Frauen  entschlagen  sich  dieser  Einsicht,  und  dieser  unbedingte  Glauben  an  sich  und  ihre Wichtigkeit hat oft was Rührendes." Lorenzen, der sich – bei voller Würdigung der Gaben seines ihm vorgesetzten und zugleich gern einen sp"ttischen Ton anschlagenden Amtsbruders – im allgemeinen nicht viel aus ihm machte, war diesmal mit allem einverstanden und nickte, während sie, schräg über den Platz fort, auf die Pfarre zuschritten. "Ja,  diese  Einbildungen!"  fuhr  Koseleger  fort,  zu  dessen  Lieblingsgesprächen  dieses  Thema geh"rte.  "Gewiß  ist  es  richtig,  daß  wir  samt  und  sonders  von  Einbildungen  leben,  aber  für  die Frauen  ist  es  das  tägliche  Brot.  Sie  malträtieren  ihren  Mann  und  sprechen  dabei  von  Liebe,  sie werden malträtiert und sprechen erst recht von Liebe; sie sehen alles so, wie sie’s sehen wollen, und vor allem haben sie ein Talent, sich mit Tugenden auszurüsten (erlassen Sie mir, diese Tugenden aufzuzählen),   die   sie   durchaus   nicht   besitzen.   Unter   diesen   meist   nur   in   der   Vorstellung existierenden Tugenden befindet sich auch die der Gastlichkeit, wenigste ns hierlandes. Und nun gar unsre Pfarrmütter! Eine jede hält sich für die heilige Elisabeth mit den bekannten Broten im Korb. Haben Sie übrigens das Bild auf der Wartburg gesehen? Unter allen Schwindschen Sachen steht es mir so ziemlich obenan. Und in Wahrheit, um auf unsre Pfarrmütter zurückzukommen, liegt es doch so, daß ich mich bei pastorlichen Junggesellen immer am besten aufgehoben gefühlt habe." Lorenzen lachte: "Wenn Sie nur heute nicht widerlegt werden, Herr Superintendent." "Ganz undenkbar, lieber Lorenzen. Ich bin noch nicht lange in dieser Gegend, in meinem guten Quaden-Hennersdorf da drüben, aber wenn auch nicht lange, so doch lange genug, um zu wissen, wie’s hier herum aussieht. Und Ihr Renommee ... Sie sollen so was von einem Feinschmecker an sich haben. Kann ich mir übrigens denken. Sie sind Ästhetikus, und das ist man nicht ungestraft, am wenigsten in bezug auf die Zunge. Ja, das Ästhetische. Für manchen ist es ein Unglück. Ich weiß 86
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
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Grundgesetz GG: Mit Vertrag über die abschließen...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsges...
Wettbewerbsrecht, Markenrecht und Kartellrecht
 
   
 
     
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