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Der Stechlin

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manche  prinzipiell  einen  Posttag  zu  spät  kommen.  Ich  meine  mit  den  neuesten  Nachrichten. Vielleicht auch sonst noch." "Sehr  wahr",  lachte  Dubslav.  "Der  Konservatismus  soll  übrigens,  seinem  Wesen  nach,  eine Bremse  sein;  damit  muß  man  vieles  entschuldigen.  Aber  da  kommen  Ihre  Mantelsäcke,  meine Herren.  Engelke,  führe  die  Herren  auf  ihr  Zimmer.  Wir  haben  jetzt  sechseinviertel.  Um  sieben, wenn ich bitten darf." Engelke   hatte   mittlerweile   die   beiden   von   Dubslav   etwas   altmodisch   als   "Mantelsäcke" bezeichneten Plaidrollen in die Hand genommen und ging damit, den beiden Herren voran, auf die doppelarmige  Treppe  zu,  die  gerade  da,  wo  die  beiden  Arme  derselben  sich  kreuzten,  einen ziemlich  geräumigen  Podest  mit  Säulchengalerie  bildete.  Zwischen  den  Säulchen  aber,  und  zwar mit Blick auf den Flur, war eine Rokokouhr angebracht, mit einem Zeitgott darüber, der eine Hippe führte. Czako wies darauf hin und sagte leise zu Rex: "Ein bißchen graulich", – ein Gefühl, drin er sich  bestärkt  sah,  als  man  bis  auf  den  mit  ungeheurer  Raumverschwendung  angelegten  Oberflur gekommen war. Über einer nach hinten zu gelegenen Saaltür hing eine Holztafel mit der Inschrift "Museum",   während   hüben   und   drüben,   an   den   Flurwänden   links   und   rechts,   mächtige Birkenmaser-   und   Ebenholzschränke   standen,   wahre   Prachtstücke,   mit   zwei   großen   Bildern dazwischen,  eines  eine  Burg  mit  dicken  Backsteintürmen,  das  andre  ein  überlebensgroßer  Ritter, augenscheinlich  aus  der  Frundsbergzeit,  wo  das  bunt  Landsknechtliche  schon  die  Rüstung  zu drapieren begann. "Is wohl ein Ahn?" fragte Czako. "Ja, Herr Hauptmann. Und er ist auch unten in der Kirche." "Auch so wie hier?" "Nein, bloß Grabstein und schon etwas abgetreten. Aber man sieht doch noch, daß es derselbe ist." Czako nickte. Dabei waren sie bis an ein Eckzimmer gekommen, das mit der einen Seite nach dem Flur, mit der andern Seite nach einem schmalen Gang hin lag. Hier war auch die Tür. Engelke, vorangehend,  "ffnete  und  hing  die  beiden  Plaidrollen  an  die  Haken  eines  hier  gleich  an  der  Tür stehenden  Kleiderständers.  Unmittelbar  daneben  war  ein  Klingelzug  mit  einer  grünen,  etwas ausgefransten  Puschel  daran.  Engelke  wies  darauf  hin  und  sagte:  "Wenn  die  Herren  noch  was wünschen ... Und um sieben ... Zweimal wird angeschlagen." Und damit ging er, die beiden ihrer Bequemlichkeit überlassend. Es  waren  zwei  nebeneinander  gelegene  Zimmer,  in  denen  man  Rex  und  Czako  untergebracht hatte, das vordere gr"ßer und mit etwas mehr Aufwand eingerichtet, mit Stehspiegel und Toilette, der Spiegel sogar zum Kippen. Das Bett in diesem vorderen Zimmer hatte einen kleinen Himmel und  daneben  eine  Etagere,  auf  deren  oberem  Brettchen  eine  Meißner  Figur  stand,  ihr  ohnehin kurzes R"ckchen lüpfend, während auf dem unteren Brett ein Neues Testament lag, mit Kelch und Kreuz und einem Palmenzweig auf dem Deckel. Czako nahm das Meißner Püppchen und sagte: "Wenn nicht unser Freund Woldemar bei diesem Arrangement seine Hand mit im Spiele gehabt hat, so haben wir hier in bezug auf Requisiten ein Ahnungsverm"gen,   wie’s   nicht   gr"ßer   gedacht   werden   kann.   Das   Püppchen   pour   moi,   das Testament pour vous." "Czako, wenn Sie doch bloß das Necken lassen k"nnten!" "Ach, sagen Sie doch so was nicht, Rex; Sie lieben mich ja bloß um meiner Neckereien willen." Und  nun  traten  sie,  von  dem  Vorderzimmer  her,  in  den  etwas  kleineren  Wohnraum,  in  dem Spiegel und Toilette fehlten. Dafür aber war ein Rokokosofa da, mit hellblauem Atlas und weißen Blumen darauf. "Ja, Rex", sagte Czako, "wie teilen wir nun? Ich denke, Sie nehmen nebenan den Himmel, und ich nehme das Rokokosofa, noch dazu mit weißen Blumen, vielleicht Lilien. Ich wette, das kleine Ding von Sofa hat eine Geschichte." "Rokoko hat immer eine Geschichte", bestätigte Rex. "Aber hundert Jahr zurück. Was jetzt hier haust, sieht mir, Gott sei Dank, nicht danach aus. Ein bißchen Spuk trau’ ich diesem alten Kasten 9
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Mit Vertrag über die abschließen...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsges...
Wettbewerbsrecht, Markenrecht und Kartellrecht
 
   
 
     
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